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Der Große Palast in Bangkok

500 Baht sind verdammt viel und dafür willst du auch etwas geboten bekommen. Darum kann ich verstehen, wenn du unsicher bist den Großen Palast zu besichtigen. Mir ging es nicht anders als ich den Preis gelesen habe. Zumal ich mir den Palast schon 2012 während meiner ersten Asienreise angeschaut habe. Trotzdem, ich habe es auch beim zweiten Mal nicht bereut.

Kopf-an-Tempel-im-Großen-Palast-Bangkok-ThailandDer Große Palast und der dazugehörige Tempel des Smaragdbuddha sind derart reich an Details, dass man Stunden in der Anlage verbringen könnte. Wären da nicht das Wetter und die Kleiderordnung. Wenn 32 Grad mit Sonnenschein auf eine strickte Kleiderordnung knallen, hältst du es im Palast maximal eineinhalb Stunden aus.

Kleiderordnung

Die Kleiderordnung für den Großen Palast in Bangkok ist im Vergleich zum daneben liegenden Wat Pho extrem streng und Sarongs werden wie 2012 nicht mehr verliehen. Damit du dir also nicht eine dieser schicken Elefantenhosen für 100 bis 150 Baht kaufen musst, bereite dich auf den Besuch entsprechend vor.

chinesische-Touristengruppe-folgt-Kleiderordnung-am-Großen-Palast-in-Bangkok-ThailandSchulterbedeckte Shirts und knöchellange Röcke oder Hosen sind Pflicht, mit dem Schuhwerk scheinen sie es trotz der Vorschrift nicht ganz so genau zu nehmen. Obwohl sie festes Schuhwerk auf den Tafeln abbilden, laufen im Palast genügend Touristen mit Flip Flops und offenen Absatzschuhen rum. Ich empfehle dir trotzdem für den Fall der Fälle ein paar Socken in der Tasche zu haben. Solltest du auf dein Schuhwerk hingewiesen werden, kannst du diese für die Besichtigung anziehen.

Mein Zusatz-Tipp: Hab auf jeden Fall ein Cap dabei. Die Sonne in Bangkok ist unberechenbar und es macht den Besuch weitaus angenehmer.

Besichtigungsfakten

Öffnungstage: täglich

Öffnungszeiten: 8:30 – 16:00 Uhr, letzter Einlass 15:30 Uhr

Eintrittspreis: 500 Baht pro Person

Standort: Na Phra Lan Road, Old City (Rattanakosin)

Geschichte

Vor dem Bau des Großen Palastes im Jahr 1782 lag der Königspalast mit Verwaltungszentrum auf der Westseite des Chao Phraya in Thonburi. Doch Rama I entschied aus strategischen Gründen eine neue Hauptstadt auf der Ostseite des Flusses zu errichten. Auf königlichen Erlass wurde ein neuer Palast gebaut, der sowohl als königliche Residenz als auch als Verwaltungssitz diente. Der seitdem unter dem Namen „Grand Palace“ bekannte Gebäudekomplex umfasst ein Gelände von 218.000 m2, das von einer 1,9 Kilometer langen Mauer umsäumt ist.

Die Obere Terrasse

Direkt nach dem Bezahlen siehst du im Eingangsbereich die Obere Terrasse mit ihren vier Hauptmonumenten. Die goldene Chedi dient als Reliquienschrein und im Mondop werden die heiligen buddhistischen Palmenschriften aufbewahrt. Ebenso kannst du die von König Mongkut (Rama IV) angefertigte Miniaturansicht von Angkor Wat bestaunen, sowie Statuen früherer Monarchen der regierenden Chakri-Dynastie im Königlichen Pantheon.

Touristen auf dem Weg zur Goldenen Chedi im Großen Palast in Bangkok

Die Galerien

Verlässt du die Obere Terrasse mit Blick auf den Saranrom Palast in Richtung Osten, kommst du zu den Galerien. Sie zeigen Szenen aus dem Ramakien unter der Regentschaft Rama I. Auf den Wandgemälden ist der Beginn des Krieges dargestellt, den Rama von Ayutthaya gegen den König von Longka Thotsakan (Ravana) führte, der seine Frau Sita entführte.

Die Abbildungen zeigen detailliert den Brückenbau zur Insel, zahlreiche Schlachten sowie den entscheidenden Kampf, in dem Thotsakan sein Leben verlor. Letztere Szene kannst du beim verlassenen des Tores zum königlichen Palast sehen.

Touristen vor Figuren mit Handy im Großen Palast in Bangkok

Das Königliche Kloster mit dem Tempel des Smaragdbuddhas

Bevor du die Anlage jedoch Richtung Palast verlässt, sollte deine Aufmerksamkeit dem Königlichen Kloster mit dem Tempel des Smaragdbuddha gelten. Er ist ein Ort höchster religiöser Verehrung in Thailand und für zahlreiche Thailänder eine Stätte, um Buddha und seinen Lehren Respekt zu erweisen. Die Statue selbst sitzt auf einem aus Holz geschnitzten, vergoldeten Thron in der Ordinationshalle. Dabei trägt der Buddha ein der Jahreszeit entsprechendes Gewand, das dreimal im Jahr in einer königlichen Zeremonie gewechselt wird.

Bei näherer Betrachtung wird dir auffallen, dass die Statue anders als ihr Name vermuten lässt, zu 100 Prozent aus Jade besteht. Begründet liegt der Trugschluss des Namens in seiner Findungsgeschichte. Im Jahr 1434 entdeckte ein Abt die Statue in einer Stupa in Chiang Rai. Gänzlich von Gips eingehüllt, stellte dieser später fest, dass sich unter dem an der Nasenspitze abblätternden Gips grüner Stein befand. In der Annahme es handle sich um Smaragd, erhielt die Statue den legendären Namen Smaragdbuddha.

Bis zu seiner endgültigen Überführung in das heute Königliche Kloster legte die etwa 66 Zentimeter große Figur eine weite Reise zurück. Für die ersten 32 Jahre befand sich der Buddha in Langpang. Anschließend wurde er nach Chiang Mai gebracht, wo er 83 Jahre angebetet wurde. Die längste Zeit befand sich die Statue jedoch in Laos. Nachdem Rama I 1778 über die Burmesen siegte, erbeutete er den Smaragdbuddha und brachte ihn nach 214 Jahren zurück nach Thailand.

Touristengruppe vor Chakri Halle im Großen Palast mit Blick auf Wat Arun in Bangkok

Lässt du nun das Königliche Kloster hinter dir, bewegst du dich auf Chakri Maha Prasat zu. Es wurde im Jahr des hundertjährigen Bestehens Bangkoks fertiggestellt. Das Gebäude besteht aus der Thronhalle sowie zwei Flügelbauten und wird heute nur noch für Empfänge ausländischer Staatsgäste genutzt.