Jim Thompson Haus
Es gibt so Tage im Urlaub, da hast du Lust dir etwas anzusehen, aber zu aufwendig sollte es dann auch nicht sein. Schon gar nicht bei 35 Grad oder wenn es der Abreisetag mit Nachtflug nach Deutschland ist. Für diese Momente ist das Jim Thompson Haus die perfekte Lösung.
Der 1906 in Greenville, Delaware, geborene Amerikaner Jim Thompson hatte maßgeblichen Einfluss auf die weltweite Verbreitung handgewebter, thailändischer Seide. Sein schon zu damaligen Zeiten berühmtes, der klassischen thailändischen Architektur entsprechendes Haus steht mitten in Bangkok und wie einst wird es der Öffentlichkeit gegen eine geringe Aufwandsentschädigung zugänglich gemacht.
Was erwartet Dich?
Besichtigungsfakten
Öffnungstage: täglich
Öffnungszeiten: 09:00 – 18:00 Uhr
Eintrittspreis: 150 Baht pro Person
Standort: 6 Soi Kasemsan 2, Rama 1 Road, Wang Mai
Öffentliche Verkehrsmittel:
BTS: National Stadium Exit 1
Leben
Bevor James H.W. Thompson seiner Begabung als Textildesigner nachging, diente er im Zweiten Welt als Offizier des Nachrichtendienstes und war militärischer Berater einer Organisation, die Thailands völlige Freiheit und Unabhängigkeit wiederherstellen wollte. Nach Beendigung seines Dienstes kam er nach Thailand zurück und ließ sich in Bangkok nieder. Zu Beginn des Jahres 1948 gründete er ein eigenes Seidengeschäft, zum Ende des selbigen die Thai Silk Company Limited.
Thompson schaffte es die traditionelle Webkunst mit industriellen Fertigungsstandards zu kombinieren und machte thailändische Seide aufgrund seiner Verkaufserfolge populär. Während einer Wanderung in den Cameron Highlands in Malaysia im Jahr 1967 verschwand Jim Thompson spurlos. Trotz mehrerer Suchaktionen wurde sein Körper nie gefunden.
Architektur
Das Jim Thompson Haus umfasst einen Gebäudekomplex, der aus sechs Teakholzhäusern besteht. Die Häuser sind deshalb von so großer Bedeutung, da sich der ehemalige Architekt Thompson in fast jeder Hinsicht an die Vorgaben der traditionellen thailändischen Bauweise hielt.
Um die Wohnräume vor Überflutung in der Regenzeit zu bewahren, wurde sie hoch über dem Boden errichtet. Ebenso wurde darauf geachtet, dass die Türfassungen nicht ebenerdig sind, damit nach buddhistischem Glauben keine bösen Geister den Raum betreten können. Die in Ayutthaya gebrannten Dachschindeln haben ein aus dem früheren Jahrhundert klassisches Design und die rote Außenfarbe ist ein für den traditionellen Thai-Stil typisches Konservierungsmittel.
Während der Konstruktion beachtete man alle traditionellen Zeremonien. Ebenso zog man für den optimalen Einzugszeitpunkt einen Astrologen zurate. Seitdem Thompson sein Haus im Frühjahr 1959 bewohnte, wurde es schnell zum Besuchermagneten der Stadt und er machte das Haus samt Kunstsammlung der Öffentlichkeit zugänglich. Die Einnahmen spendete er thailändischen Wohltätigkeitsorganisationen sowie Projekten, die der Erhaltung Thailands reichem kulturellem Erbe dienten.
Stiftung
1976 wurde im Auftrag der thailändischen Regierung die James H.W. Thompson Stiftung vom thailändischen Gerichtshof genehmigt. Ihr Ziel besteht darin das prächtige künstlerische und kulturelle Erbe Thailands zu bewahren. Durch die Stiftung werden unterschiedliche Projekte, Forschungen und Publikationen in diesem Bereich unterstützt.