Anden-von-Peru-bei-Wanderung-im-Red-Valley-und-Rainbow-Mountains

Peru

Wo die Liebe zum Wandern entsteht

Vor Peru bin ich in meinem Leben noch nie gewandert. Als Norddeutsche habe ich einen Hang zu Wasser und konnte mit Bergen nie viel anfangen. Vor dieser Reise habe ich mit Wandern immer das einseitige Laufen durch irgendwelche öden Landschaften verbunden. Im Nachgang muss ich mir eingestehen, was für ein Tölpel ich doch war, denn selbst diese kargen Landschaften haben eine unglaubliche Schönheit und sorgten für Momente, die sprachlos machen.

Die Anden – Unendliche Weiten atemberaubender Gipfel

Sprachlos haben mich auch die Gipfel der Anden gemacht. Berge sind auf dem Land einfach das Krasseste was es gibt. Sie überraschen dich mit überwältigenden Szenerien und lassen dich gleichzeitig immer wieder deine eigenen Grenzen überschreiten. Das stellte im Übrigen schon Alexander von Humboldt bei seiner Expedition ins angrenzende Ecuador fest. „Nur die Reisenden, die die Gipfel des Montblanc und des Monte Rosa von Nahem gesehen haben, sind fähig, den Charakter dieser imposanten, ruhigen und majestätischen Szene zu erfassen. Die Schichten extrem dünner Luft, durch die man die Andengipfel sieht, tragen viel zum Gleißen des Schnees und zum magischen Effekt seiner Lichtreflexe bei.“

4 Tage Trek zum Machu Picchu über den Salkantay

Schneebedeckte Berge soweit das Auge reicht

Ich glaube, dass du nicht zwingend den Mont Blanc oder Monte Rosa bestiegen haben musst, um diese Gefühle zu empfinden, dafür reichen auch die Gipfel der Anden aus. Die haben so unzählige schneebedeckte Berge, dass es für ein ganzes Leben reicht sie zu erklimmen. Die Anden sind das siebtgrößte Gebirge der Welt und zudem das Längste. Auf 7500 Kilometern erstrecken sich beginnend von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile zahlreiche Berge und Vulkane über 5000 Meter, die nur darauf warten bestiegen zu werden.

Und nach nur wenigen Wanderungen in Peru kann ich jeden Bergliebhaber verstehen, wenn er sich in Südamerika ständig nach neuen, schneebedeckten Gipfeln, atemberaubenden Tälern und türkisblauen Bergseen sehnt. Alleine die nördlich von Lima liegende Cordillera Blanca mit der Laguna 69 ist auf meiner Liste dazugekommen und steht für die nächste Reise mit an oberster Stelle.

In 150 Mio. Jahren Instagramtauglich gemacht

Blick-auf-Red-Valley-bei-Wanderung-Rainbow-Mountains-PeruZu verdanken hat Peru seine Landschaft den plattentektonischen Aktivitäten, die vor rund 150 Millionen Jahren einsetzten. Seitdem schiebt sich die ozeanischen Nazcaplatte unter die kontinentale südamerikanische Platte und lässt die Anden jedes Jahr um wenige Millimeter wachsen. Somit ist die Region auch stark von seismischen Aktivitäten und Vulkanismus geprägt. Wer sich in Arequipa aufhält kann am Horizont problemlos den 100 Kilometer entfernten Sabancaya sehen. Der fast 6000 Meter hohe Schichtvulkan ist der am stärksten, aktive Vulkan Perus. Zusammen mit dem Coropuna und dem Misti wird er als einer der riskantesten Vulkane des Landes angesehen.

Das Leben und die Menschen

Trotz dieser vulkanischen Umgebung wohnen alleine in der Stadt Arequipa rund 860.000 Einwohner. Damit ist sie nach Lima und Trujillo die drittgrößte Stadt Perus. In ganz Peru leben immerhin 32.1 Millionen Menschen, von denen ein marginaler Teil asiatischer Abstammung ist und weitere 15 Prozent eine europäische Herkunft haben. 37 Prozent der Bevölkerung sind Mestizen und somit Nachfahren von Europäern und der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas. Den größten Teil der Bewohner machen mit 47 Prozent die Ureinwohner, auch Indios genannt, aus. Laut letzter Zählung leben in Peru 1.786 indigene Gemeinschaften von denen mehr als 6 Millionen in den Anden leben.

Ich steig dir aufs Dach Südamerikas – Das Altiplano

Gerade die enorme Hochebene – das Altiplano – das mit einer Fläche halb so groß wie Deutschland zwischen den aus mehreren parallel verlaufenden Längsketten der Anden liegt, bietet den Bergvölkern trotz karger und vegetationsarmer Landschaften einen zentralen, kulturellen Lebensraum. Die Böden Perus und auch Boliviens um den Titicacasee sind praktisch für den Ackerbau und die Viehzucht. Die wohl bekanntesten, und unter Touristen beliebten, Tiere für die Viehzucht sind Alpakas und Lamas. Sie gehören zur Art der Kamele und sind nicht nur klassische Herden- sondern auch Fluchttiere. Angeführt wird eine Gruppe immer von einer Leitstute, denn Weibchen sind ranghöher angesehen als die männlichen Tiere.

Lamas in Peru

Das Lama – Die eierlegende Wollmichsau

Die Tiere wurden bereits vor rund 5000 Jahren gezähmt und auf den Hochebenen Perus herangezüchtet. Damit gehören Lamas zu den ältesten Haustierrassen der Welt. Sie dienten bereits den Inkas als wichtige Nutztiere. Zum einen waren sie ein wichtiger Fleisch- und Lederlieferant. Gleiches gilt auch für das Artverwandte Alpaka, das als Wolllieferant jedoch eine weitaus wichtigere Rolle spielt als das Lama. Zum anderen spielten sie eine tragende Rolle bei der Erweiterung des Inkareiches. Durch ihre Anpassungsfähigkeit und Robustheit als Transport- und Lastentiere konnten sie problemlos Gewichte von 50 Kilogramm über längere Strecken in Höhen von 5000 Metern tragen und haben damit den Warenaustausch und Handel der Inkas vorangetrieben.

Lamas zu Zeiten der Inka

In der Inkamythologie galten Lamas als Geschenk des Sonnengott „Inti“ an das peruanische Volk. Die Inka achteten die Tiere so sehr, dass sie diese in einer versteckten Stadt unweit des berühmten Machu Picchu verewigten. Lamas wurden außerdem aus den unterschiedlichsten Gründen in religiösen Riten angebetet. So wurden beispielsweise getrocknete Lamaföten unter Türschwellen vergraben, um dem neuen Heim Glück zu bringen. Eine andere Form waren Lamaopfer, wenn eine bedeutende Person im Inkareich verstarb, damit ihre Seele ins Jenseits getragen werden konnte.

Die letzten Nomaden Perus

Auch heute noch gibt es rituelle Opferungen bei Feierlichkeiten und trotz der spanischen Invasion 1532 durch Francisco Pizarro haben sich die Ureinwohner ihre Traditionen bewahrt. Manche von ihnen so stark, dass sie sich Jahrhunderte lang den Einflüssen der Missionare und der peruanischen Zivilbevölkerung entziehen konnten. Im peruanischen Regenwald wohnen einige isolierte Völker in rund 15 nomadisch lebenden Ethnien mit bis zu 5000 Menschen. Sie leben im entlegensten und abgelegensten Teil des Amazonas und sind extrem anfällig für jegliche Form von Kontakt, da sie aufgrund der Isolation nicht immun gegen Krankheiten sind. Mittlerweile sind Stämme wie die Cacataibos, Isconahuas, Matsigenkas, Nantis oder Yoras vom Aussterben bedroht, denn Ölarbeiter und illegale Holzfäller dringen seit Jahren in ihr Land ein, zerstören ihren Lebensraum und schleppen damit neue Krankheiten ein.

Das Politische System Perus

Dabei erkennt das Völkerrecht die indigenen Stämme als Besitzer ihres Landes an und erlaubt ihnen auf diesem Leben zu dürfen, wie sie wollen. Trotz der Tatsache, dass Peru das internationale Recht respektiert und die Konvention Nr. 169 der ILO unterzeichnet hat, behält die Regierung schlussendlich die Oberhand bei Entscheidungen.

Seit den achtziger Jahren ist Peru eine Demokratie, die repräsentativ, dezentralisiert und nach den Prinzipien der Gewaltenteilung agiert. Allerdings sieht die Realität in Peru anders aus und auch heute noch hat die Regierung in der eigenen Bevölkerung den Ruf korrupt zu sein. Das bestätigt auch der Korruptionsindex von Transparency International auf dem Peru neben Thailand, Panama, Indonesien, Sambia, Kolumbien und Brasilien im vergangenen Jahr Platz 96 belegt.

Stadt - Land - Fluss

Visum und Einreisebestimmungen

Ich bin über den Landweg von Bolivien aus nach Peru eingereist und muss sagen, dass ich es sehr genossen habe. Grenzen mal nicht mit dem Flugzeug zu überschreiten hat etwas sehr beruhigendes, denn du erkennst die fließenden Übergänge von Kulturen, Völkern und Landschaften. Gerade beim Übergang von Bolivien nach Peru merkst wie viel diese Länder kulturell gemeinsam haben und dass sie durch das ehemalige Inkareich eine unteilbare Vergangenheit besitzen.

Wenn du wie ich auf dem Landweg einreist, musst du vor dem Grenzübertritt eine Einreisekarte ausfüllen. Diese entfällt seit geraumer Zeit bei Einreise mit dem Flugzeug. Lass dich bei Gesprächen mit anderen Reisenden also nicht davon verwirren. Unabhängig vom Verkehrsmittel für die Einreise kannst du dich für 90 Tage pro Halbjahr ohne Visum in Peru aufhalten. Solltest du mit dem Flugzeug ankommen und innerhalb des Landes direkt weiterfliegen, dann denk daran, dein Gepäck im ersten Flughafen aus- und wieder einzuchecken. Anderenfalls bleibt dein Gepäck am ersten Ankunftsflughafen zurück und du reist ohne zum Anschlussziel weiter. Damit dir solche und andere Missgeschicke nicht passieren, prüfe vor Abreise einfach noch mal die Seite des Auswärtigen Amtes.

Wanderung Rainbow Mountains Blick auf Tal

Impfungen

Jede Seite dieses Blogs ist mit viel Liebe und Hingabe geschrieben, doch wenn es an die Impfungen geht, dann greife ich auch für Peru wieder auf altbewährtes zurück. Befrage dazu entweder deinen Hausarzt oder lass dich bei einem nahgelegenen Tropeninstitut beraten. Falls du doch schon mal einen Überblick haben möchtest, dann listet die Seite des Tropeninstitutes die vorgeschriebenen Impfungen für Peru auf. Ich hab sie alle bekommen, inklusive der anschließenden Rückerstattung von der Krankenkasse.

Wetter und Reisezeit

Die Hochsaison für die peruanischen Anden ist definitiv während des deutschen Sommers, denn dann ist in dem Land Winter und damit Trockenzeit. Somit bist du in der Hauptsaison unterwegs und einer unter viel zu vielen Touristen. Wenn du einer unter weitaus weniger Touristen sein willst, dann flieg in der Nebensaison. Ich war im November und im Januar in Peru. In den Höhenlagen um Cusco beträgt die Temperatur dann durchschnittlich 11 Grad und das Wetter besteht aus einem ständigen Sonne-Wolken-Mix. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn es gibt für jedes Wetter die richtige Kleidung.

Für den Fall, dass du zwischendurch mal etwas wärmere Verhältnisse brauchst, bieten sich Ica mit Huacachina oder das Amazonasgebiet Perus an. In der Wüstenoase Huacachina hast du gerade in der Nebensaison immer kuschelige 20 bis 28 Grad und kannst entspannt im Bikini am Hostelpool liegen. Falls dir das noch nicht reicht, dann geh in den Amazonas. Vergiss dafür aber das Mückenspray nicht. Die Dinger sind fiese, kleine Bastarde und können dich selbst auf dem Weg zum Machu Picchu auffressen.

Der Salkantay Trek - Meine Wanderung zum Machu Picchu

Mit Peru verbinden die meisten Reisenden Machu Picchu. Um dort hin zu kommen, gibt es die verschiedensten Wege. Ihr könnt es wie die Ureinwohner machen und den Inka Trail gehen. Dieser muss aufgrund seiner Beliebtheit jedoch zwei bis sechs Monate im Voraus gebucht werden. Wem das im Vorfeld zu viel Planung ist, der kann sich für den anspruchsvolleren Weg, den Salkantay Trek, entscheiden.

Der Salkantay-Trek - Tourenanbieter zum Machu Picchu

Um den Weg nach Machu Picchu erfolgreich zu beschreiten, kannst du in Cusco aus unendlich vielen Tourenanbietern auswählen. Alle versprechen dir der Beste zu sein, wobei den Preisen keine Grenzen gesetzt sind. Manche von ihnen kosten sogar viermal so viel wie andere und das obwohl sie alle den gleichen Weg gehen. Damit du von deinem Weg nicht abkommst und mehr bezahlst als du musst, helfe ich dir beim Vergleichen der Tourenanbieter zum Machu Picchu.