Seite 1: Der Salkantay Trek - Meine Wanderung zum Machu Picchu
Mit Peru verbinden die meisten Reisenden Machu Picchu. Um dort hin zu kommen, gibt es die verschiedensten Wege. Ihr könnt es wie die Ureinwohner machen und den Inka Trail gehen. Dieser muss aufgrund seiner Beliebtheit jedoch zwei bis sechs Monate im Voraus gebucht werden. Wem das im Vorfeld zu viel Planung ist, der kann sich für den anspruchsvolleren Weg, den Salkantay Trek, entscheiden. Der Trek ist auch noch ein bis zwei Tag vor Beginn buchbar und bietet damit ausreichend Flexibilität bei der Reisegestaltung. Sollte dir das ganze Wandern gar nicht liegen und du magst es komfortabler, dann besteht immer noch die Option direkt nach Aguas Calientes zu fahren, dort zu übernachten und am nächsten Tag den Machu Picchu zu erklimmen. Als Flachlandindianer, der vorher noch nie wandern war, habe ich mir eine Herausforderung gesucht und mich für den Salkantay Trek mit 4650 Höhenmeter entschieden.
Tag 1 – Von Morgenduschern, Durchfall und schönen Aussichten
Persönliche Herausforderungen fangen ja meistens schon im Kleinen an. Meine ist: Ich bin kein Morgenmensch. Dementsprechend beginnt die Schwierigkeit für mich schon beim Aufstehen. Um vier Uhr soll der Shuttle kommen, um uns von unseren Hostels abzuholen. Und dank des vorabendlichen Briefings weiß ich von Anfang an, dass ich die Erste bin, die abgeholt wird. „Das wird ´ne kurze Nacht,“ denke ich mir beim Tasche packen. Kurz darauf klettere ich in das obere Bett des Doppelstockbettes, hoffe dass ich nichts vergessen habe, denn sonst müsste ich noch mal runtersteigen und schlafe ein. Der Wecker klingelt um drei. Viel zu früh. Doch ich will noch mal duschen. Klingt komisch, hätte ich auch schon am Abend zuvor machen können, aber ich bin ein Morgenduscher. Da es die nächsten Tage keine Dusche geben wird, nutze ich die Gelegenheit noch Mal. Also warm geduscht, angezogen und dann geht’s auch schon los. Wir tingeln durch Cusco, sammeln alle Gruppenteilnehmer ein und bewegen uns zum Frühstücken Richtung Mollepata. Doch vorher wird noch ´ne Runde im Bus geschlafen.
Man muss auch mal ehrlich über Scheiße reden
Frühstück. Die wichtigste Mahlzeit des Tages. Könnte für mich zu solchen unchristlichen Uhrzeiten auch nur aus gutem Kaffee bestehen, aber ich habe bereits in Bolivien gelernt, „wenn du in den Bergen wandern gehst, dann iss gut, hab immer Snacks dabei und trinke ausreichend, sonst bringt dich die Höhe um.“ Hat bei der Uyuni Tour bereits super funktioniert und halte ich mich auch bei dieser Tour wieder dran. Wie heißt es immer so schön, gute Sachen soll man beibehalten und Essen gehört für mich zu den großartigsten Dingen.
Es soll Menschen geben, denen egal ist was sie auf so einer Wanderung essen. Mir ist es nicht egal. Für mich ist es mit das wichtigste Kriterium für die Wahl eines Tourenanbieters, denn nach gefühlt einer Million Magen-Darm-Problemen innerhalb der letzten zwei Monate, kann ich Diarrhö auf einer Wanderung nun gar nicht gebrauchen. Klar, nicht das beliebteste Thema, aber wir müssen auch ehrlich über Scheiße reden. Denn, irgendwann trifft es jeden Reisenden. Mindestens einmal haut es dich weg und dann kommt es im schlimmsten Fall oben und unten gleichzeitig raus. Anschließend liegst du dehydriert, vor dich hinvegetierend im Bett und wünscht dir nur einen Menschen zu deiner Seite – Mutti. Doch die ist nicht da, wird dich nicht mit Kamillentee und Hühnersuppe versorgen, und somit kann ich nur jedem empfehlen bei der Auswahl des Tourenanbieters darauf Wert zu legen, dass die Verpflegung gut ist.
Klick, klick, klick oder die Kamera einfach mal stecken lassen?
Satt geht es also weiter zum Ausgangspunkt der Wanderung - Challacancha. Es soll eine kurze Tour werden, ungefähr drei Stunden sind dafür veranschlagt worden. Ein guter Einstieg wie ich finde. Das Wetter ist gut, die Gruppe kennt sich noch nicht wirklich und die Aussicht ist schon jetzt atemberaubend. Hinter mir liegen die grünen Hügel von Mollepata, vor mir die schneebedeckten Gipfel der Anden. Nach gefühlten fünf Metern bleiben wir das erste Mal stehen. Es ist zu warm. Schichten ablegen und Sonnenschutz anlegen ist angesagt. Für mich gilt zudem, Kamera raus holen und zumindest schon Mal am Rucksack befestigen. Es wird sich zeigen, der Capture Clip war eine der besten Investitionen, die ich machen konnte. Der Vorteil: Die Hände sind immer frei und ich kann mich aufs Wandern konzentrieren oder essen. Vielleicht auch beides. Wir wandern weiter, ich schaffe zehn Meter. Ein Blick nach rechts, die Landschaft fesselt mich zu sehr.
Ich bleibe erneut stehen, krieche zwischen Büschen herum, um den optimalen Blinkwinkel für ein Foto zu finden und habe ihn. Der Rest läuft schon weiter, ich bin die Letzte und werde es noch so oft auf dieser Wanderung sein. Denn wenn der Ausgangspunkt für ein Foto stimmt, dann ist alles andere egal, eben auch die Gruppe. Sie werden sich entweder daran gewöhnen oder mir einfach durch ihre Blicke verraten, dass sie auf mich warten. Ich versuche trotzdem die Balance zu halten, denn ich möchte am Anfang auch nicht unhöflich sein. Und am Ende haben die kurzen Stopps für Fotografie-Anfänger auch was Gutes: Sie lehren dich dein Auge besser zu schulen, um schneller die richtige Komposition zu finden. Wenn das Motiv nicht stimmt, dann bleibt die Kamera halt stecken. Auch das muss man als Einsteiger lernen.
Mit der richtigen Ausrüstung wird alles zum Kinderspiel
Nach gut drei Stunden erreichen wir das Camp für die erste Nacht. Es gibt Menschen, die werden sagen der erste Tag sei langweilig – ein Kinderspiel. Ich finde, man kann es auch so sehen, umso mehr Zeit hat man als Einsteiger und Profi sich mit der Fotografie zu beschäftigen. Schnelle Wanderer können neue Ecken zum Fotografieren entdecken, alle Nichtfotografen unter den Wanderern können als Bildmaterial her- oder einfach mal Inne halten. Ich fand den ersten Tag trotzdem eine Herausforderung, denn nachdem wir das Camp für die erste Nacht erreicht haben, ging es zum Humantay See hinauf. Die Wanderung bergauf dauerte eine gute Stunde, vielleicht auch eineinhalb. Umso höher wir steigen, umso kälter wird es, doch das Wetter bleibt stabil. Ich lege also wieder Schichten an, um nicht zu erfrieren. Oben angekommen schaffen wir noch ein Gruppenfoto am See, dann fängt es langsam an zu regnen. Und so treten wir nach nicht Mal einer viertel Stunde den Rückweg an.
Dem Regen gesellt sich Hagel dazu. Bei uns im Norden würde man das als Schiet Wedder bezeichnen. Ich sehe es gelassen, denke mir „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“ und teste das erste Mal meine Regenjacke aus. Am Ende des modrigen Abstiegs habe ich drei Erkenntnisse dazu gewonnen. Die Regenjacke war eine weitere großartige Geldanlage und es braucht kein 200 bis 300 Euro Modell, um sich vor den Gezeiten zu schützen. Das Ausleihen der Wanderstöcker für 20 Dollar hat sich ebenfalls schon jetzt gelohnt, denn ohne hätte ich mich bei dem rutschigen Weg locker auf die Fresse gepackt und ausgesehen wie 'ne Sau. Und was man als Wanderanfänger nie vergessen darf, das Wetter in den Bergen ist einfach unberechenbar und kann sich ständig ändern. Das richtige Equipment bewahrt einen allerdings vor einem nassen Arsch.
Das mit der richtigen Vorbereitung gilt auch im Hinblick auf die Hygiene, denn duschen fällt aus. Hab ich bei den Temperaturen hier oben auch nicht wirklich Lust drauf. Ich bin froh, dass mir beim Zähneputzen nicht die Finger abfrieren. Und für die Katzenwäsche am nächsten Morgen habe ich Feuchttücher dabei. Die sind Gold wert während einer mehrtätigen Tour. Dieses Frischegefühl in den wichtigsten Körperregionen ist einfach unbezahlbar. Klingt wie schlechte Werbung der achtziger Jahre, ist aber leider wahr.
Tag 2 – Berg auf, berg ab, ich gehe meinen Takt
Frisch geduscht starte ich also um sechs Uhr morgens in den zweiten Tag. Es soll mit zehn Stunden wandern der anstrengendste werden, denn wir werden auf 4650 Meter zum Salkantay hinaufsteigen nur um danach wieder auf eine Niveau von 2900 Meter hinabzusteigen. Wenn man auf der Karte sieht, dass zwischen unserem Camp in Soraypampa (3820 Meter) und dem höchsten Punkt des Salkantay nur 800 Meter Distanz liegen, dann klingt das grundsätzlich nach nicht viel. Da der Luftdruck in großer Höhe jedoch abnimmt und es der Luft damit auch an Sauerstoff mangelt, werden gerade die letzten 100 Meter die härtesten. Wir gehen also langsam bergauf.
Nach einem Tag wandern hat sich die Gruppe bereits in zwei Lager aufgeteilt. Die Speedwanderer und die, die es etwas langsamer angehen. Ich zähle mich auch der Fotos wegen eher zu den Letzten. Für den Tag hieß es zwar der Anfang wird leicht und es geht erst Mal auf ebener Fläche voran, doch bereits nach 500 Metern wird der Weg steil. Naja, man wird ja noch träumen dürfen. Während ich aus meinem Traum erwache, bahnt sich die Sonne ihren Weg um die Bergspitze herum und fängt an mein Gesicht zu wärmen. Genau das brauch ich jetzt, denn die Nacht war trotz Schlafsack, zwei Decken und dicker Kleidung kalt. Ich wandere Meter um Meter voran, manchmal überhole ich jemanden, manchmal überholen mich andere.
Was Bergsteigen mit Unternehmertum gemeinsam hat
Diese Momente beim Wandern sind gut zum Nachdenken und zwar über alles, Beziehungen, das Leben und die Arbeit. Ich denke über das Berufsleben nach und stelle fest, dass es mit dem Bergsteigen wie mit dem Gründen eines Unternehmens ist. Um ganz oben anzukommen hast du einen langen Weg vor dir und die Luft wird immer dünner umso dichter du der Spitze kommst. Das geht mir momentan beim Wandern nicht anders. Vor allem die letzten 100 Meter sind am kräftezehrendsten. Alle zehn Meter bleibe ich stehen und brauche eine Verschnaufpause, denn der Sauerstoffmangel macht sich bemerkbar. Es ist mir mittlerweile egal was die anderen vor und hinter mir machen. Ich konzentriere mich auf mich, schaffe es nach oben und stelle fest, hier ist verdammt wenig los. Waren es unten im Basislager noch mehrere Gruppen, die parallel gestartet sind, so kommen sie alle unterschiedlich an. Nach einer halben Stunde geht es aufgrund des fehlenden Sauerstoffs wieder runter. Mir wird klar, dass verträgt zum einen nicht jeder und zum anderen hilft es verdammt gut akklimatisiert zu sein. Heißt also nichts anderes als sich dem Gipfel Stück für Stück zu nähern, Pausen auf bestimmten Höhenmetern einzulegen, um sich Zeit zum Akklimatisieren zu geben. Dabei kannst du auch einfach den Ausblick genießen und deinen Körper mit neuer Energie in Form von Wasser und Snacks versorgen.
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Anderenfalls haut es dich mit der Höhenkrankheit weg, Kopfschmerzen, Schwindel, Atemprobleme, Herzrasen und rapider Leistungsabfall treten als Beschwerden auf. Anders ist es in einem ungeübten Job mit Führungsposition übrigens auch nicht. Und für beide Fälle gilt, werden die Warnzeichen ignoriert besteht Lebensgefahr. Im Fall des Start-ups für den Menschen und das eigene Unternehmen. Und das hab ich selbst miterlebt. Fünf Jahre in Neugründungen, von vieren sind drei nicht mehr am Markt. Rückblickend betrachtet waren es irgendwie immer die gleichen Fehler, die gemacht wurden. Zu schnell zu hoch aufsteigen, in einer Liga mit den großen am Markt spielen. Doch wenn du mit Reinhold Messner in einer Liga spielen willst, dann besteigst du nicht untrainiert und ohne Flaschensauerstoff den Mount Everest. Du fängst kleiner an, mit den Alpen, dann die Anden und wenn du soweit bist - den Mount Everest.
Und dann merkst du, konzentrier dich nur auf dich
Wie Kräfteraubend so ein Aufstieg ohne Akklimatisierung ist, hat sich auch in unserer Gruppe gezeigt. Zwei Teilnehmer hatten mit immer akuter werdenden Kopfschmerzen zu kämpfen, am Ende half nur noch Ibuprofen. Bei leichtem Kopfdrücken kann man es auch wie die Einheimischen halten und Cocatee trinken oder Cocablätter „kauen“, wobei es weniger kauen als mehr ein in die Wange schieben und wirken lassen ist. Verschreibungspflichtige Medikamente wie Diamox sind also vollkommen überflüssig und belasten nur die Reiseapotheke. Ansonsten kann man auch auf den Rat des Tropenmediziners hören, absteigen und auf eine Höhe gehen, die besser verträglich ist.
Glücklicherweise ist das nach dem erreichten Gipfel genau der Weg, den wir antreten. Doch der Abstieg wird nicht leichter. Lose Steine zwingen mich erneut dazu mich ausschließlich auf mich zu konzentrieren. Ich blicke auf den Weg der vor mir liegt, zurück blicken gilt nicht, sonst fällt man nur. Also ein Schritt vor den anderen gesetzt. Ob die anderen schneller oder langsamer sind interessiert mich nicht mehr. Das hier ist kein Wettkampf. Mir ist wichtig anzukommen, selbst wenn ich die Letzte bin. Denn Bergabsteigen geht in die Knie und in meinen merke ich langsam jeden Schritt. Ich bin erneut froh die Wanderstöcker zu haben, sie dämpfen den Schritt ab, geben Halt. Und genau das ist es was ich momentan am meisten brauche. Denn diese Reise verläuft alles andere als geplant. Mit jedem Schritt verändert sie sich, genauso wie die Landschaft, die mich umgibt. Umso näher wir unserem zweiten Nachtlager kommen, umso mehr verschwindet das karge Einöd. Saftig grüne Wälder liegen vor mir, es wird wärmer. Die Sonne bricht sich noch ein letztes Mal durch die Wolken, bevor auch diese Nacht wieder im Regen endet.
Tag 3 und 4 – Keine Lust auf Herzschmerz und unerfüllte Erwartungen
Ein neuer Tag bricht an, er wird anders werden. Wir wandern heute durch den tropischen Teil. Da es die Nacht zuvor geregnet hat, werden wir auf dem sicheren Pfad entlang laufen, denn der eigentliche Weg ist zu rutschig. Und die Geschichte von einer deutschen Wanderin, die den Weg auf eigene Faust lief, abrutschte und ums Leben kam überzeugt auch den letzten Zweifler.
Wir wandern, reden viel, denn die Gruppe ist mittlerweile eine gut zusammengeschweißte Einheit geworden und doch werden sich unsere Wege heute in Teilen trennen. Denn der Trek kann sowohl in vier als auch in fünf Tagen gemacht werden. Ich habe mich aufgrund von Zeitmangel für die kürzere Variante entschieden. Dementsprechend werden wir nach dem Mittag bis Hydroelectrica fahren und dann die Schienen nach Aguas Calientes entlang laufen. Dabei habe ich immer das Ziel einer heißen Dusche vor Augen. Richtig gehört. Wer braucht schon Machu Picchu, wenn er nach drei Tagen eine heiße Dusche haben kann. Aber bis dahin liegt noch ein langer Weg vor uns. Wir gehen, machen zwischendurch halt, essen Maracuja, seitdem meine Happyfrucht, überqueren den Fluss, steigen auf und wieder ab, tragen neuen Sonnenschutz auf und erreichen nach guten sechs Stunden unser Ziel zum Mittagessen. Es ist eine Kaffeefarm. Ich wusste nicht das Peru eine Kaffeeregion hat, aber das war mir vorher von Bolivien auch nicht bekannt. Der Kaffee ist super, die Tour weniger. Von allen Touren gefällt mir rückblickend die in Bolivien am besten. Wir vertreiben uns die Wartezeit bis zum Mittag, kurz darauf verabschieden wir uns von den Anderen, steigen in den Kleinbus und wissen die kommende Stunde nicht ob wir uns freuen oder weinen sollen. Irgendwie haben die in Südamerika einen Hang zu Trashmusik der neunziger Jahre. Ich fühl mich wieder wie 14 und singe einfach Lauthals mit dem Rest mit. Immer noch besser als sich die typisch Lateinamerikanische Herzschmerzmusik anzuhören. Das macht mein Gehör einfach nicht mehr mit – mein Herz noch weniger.
Kann man machen, kann man lassen, irgendwas ist immer
Hydroelectrica. Der Weg ist einfach, wir müssen nur den Schienen folgen. Ab und an kommt ein Zug vorbei. Angst erfasst zu werden, braucht man keine haben, denn er kündigt sich frühzeitig an. Nach gut eineinhalb Stunden erreichen wir Aguas Calientes, das Hotel, die Dusche. Meine Sachen sind zwar noch nicht da, aber es gibt alles was ich brauche im Badezimmer. Ach, ein Zimmer, ein richtiges Bett, ich möchte am liebsten sofort schlafen gehen. Doch erst Mal Abendessen. Dabei beschließen wir am nächsten Morgen um halb vier aufzustehen, um eine Stunde später am Eingangstor zum Machu Picchu zu stehen. Fünf Uhr öffnen sich die Pforten, ein einstündiger Aufstieg liegt vor uns. Es gibt auch die Option den Bus zu nehmen, doch der kostet zwölf Dollar. Unser Wanderehrgeiz ist wieder gepackt. Am nächsten Tag fragen wir uns was uns zu dieser vollkommen bekloppten Entscheidung getrieben hat. Der Bus ist schneller oben als man selbst, dementsprechend voll ist es morgens um sechs auf dem Machu Picchu. Und die Wahrscheinlichkeit als Erster oben zu sein, um einen tollen Blick auf die menschenleeren Inkaruinen zu haben, liegt bei Null. Auf den Berg steigen täglich bis zu 4000 Touristen, die mittlerweile in zwei Gruppen eingeteilt werden. Die Morgentour ist von sechs bis zwölf, die zweite Runde danach dran. Zudem spielt das Wetter heute nicht mit. Es schüttet wie aus Kübeln.
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Wir verbringen zwei Stunden mit frühstücken im Restaurant. Das einzig offene auf dem Hügel und damit dementsprechend teuer. Dann wird es doch noch ein bisschen besser, wir gehen noch mal rein, denn das kann man mit seinem Pass. Nach der vollkommen verregneten Führung am Morgen bewegen wir uns Richtung Sonnentor. Ich weiß nicht warum, vielleicht liegt es am Wetter, vielleicht daran, dass es die dritten Inkaruinen sind, die ich sehe, vielleicht liegt es auch einfach an den Menschenmassen, aber irgendwie habe ich mir von Machu Picchu mehr erwartet. All die Instagrambilder, die einem versprechen vor einer gigantischen, menschenleeren Anlage zu stehen. All die Shoots mit dem perfekten Licht, dem atemberaubenden Blickwinkel und dem saftigen Grün. Doch um solche Bilder zu bekommen braucht es entweder Glück, die richtige Saison oder mehrere Besuche. Am Ende blicke ich auf die Ruinen und stelle fest, die Wanderung war unglaublich, aber der Weg war das Ziel.




Tolle Bilder und schöne Wanderungen! Das erinnert mich an meine Reise nach Peru, die aber Jaaaaahre her ist. Damals musste man sich für den Inca-Trail noch nicht anmelden.
Viel Spaß noch wünscht
Steffi vom lecw.blog
Danke Steffi. Ja mittlerweile ist Peru ein begehrtes Reiseland und viele wollen den Inka-Trail machen. 🙂
Viele Grüße,
Nicole