Ich werde nie den Moment vergessen als mich meine Familie in Thailand besuchte, denn zu dem Zeitpunkt war ich bereits acht Monate unterwegs, sechs davon alleine. Es war ein Gefühl purer Glückseligkeit, da ich nach all der Zeit des Alleinseins endlich vertraute Menschen um mich brauchte.
In allem Schlechten liegt auch etwas Gutes
Menschen, denen ich nicht erklären musste, wer ich bin und wo ich schon war, mit denen ich ohne groß zu Fragen etwas unternehmen konnte, und die mich einfach mal in den Arm nahmen und drückten. Denn, es sind genau diese Kleinigkeiten, die auf Langzeitreisen den Unterschied machen. Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. So schön und aufregend eine Weltreise ist, so sehr sie deinen Horizont erweitert und du über dich hinaus wächst, so sehr kann dich das Reiseleben auch stressen und anstrengen. Ich hatte unterwegs öfter Augenblicke, in denen mir der Alltag auf die Nerven ging.
18 Gründe warum Langzeitreisen nerven...
1. Es ist nervtötend sich ständig mit mindestens einer Hand voll anderer Menschen das Zimmer zu teilen. Zumal der ein oder andere Reisende zu wenig Rücksicht auf sein Umfeld nimmt.
2. Irgendwann magst du fremden Menschen trotz Oropax nicht mehr beim Schnarchen zu hören.
3. Und darüber hinaus wäre es ein Traum sich diese eine bestimmte Erfahrung zu ersparen – Dormsex. Sex ist großartig, doch ich möchte fremden Menschen nicht gezwungenermaßen dabei zuhören.
4. Das Gros der Hostelduschen ist eng, spuckt nur tröpfchenweise kaltes Wasser aus und du hast Angst irgendetwas zu berühren.
5. Barfuß duschen ist eine großartige Sache. Irgendwann kommt allerdings der Punkt an dem du deine Badelatschen nicht mehr sehen kannst, doch Fußpilz ist auch keine Option.
6. Stell dir vor du musst dich jedes Mal in der Hosteldusche umziehen. Immer noch feucht von der Dusche und der Luftfeuchtigkeit im Land, steigst du zurück in deine teilweise kaputte Kleidung und das ist nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei.
7. In 99 Prozent der Hostels stellen sie keinen Fön bereit und bei der Luftfeuchtigkeit in manchen Ländern dauert es eine gefühlte Ewigkeit bis die Haare trocken sind.
8. Du kannst den Beschreibungen und Bewertungen auf Hostelworld und Booking.com nur selten die Matratzenqualität entnehmen. Dementsprechend sehnst du irgendwann nur noch den Tag herbei nicht mehr mit Rückenschmerzen aufzuwachen und auf einer vernünftigen Matratze zu schlafen.
9. Bettwanzen sind zu keinem Zeitpunkt geil und die Dinger wünsche ich noch nicht mal meinem Feind. Sie kommen unauffällig, die Stellen jucken wochenlang bis auch der letzte Biss verheilt ist und du musst deine gesamte Kleidung in die Reinigung geben.
10. Das Hostelinternet ist meistens eine Katastrophe. Ohne lokale SIM kannst du weder eine App öffnen, geschweige denn einer Seite auf dem Laptop.
11. Kennst du den Film 50 erste Dates? Ungefähr so fühlt es sich auf Weltreise an, wenn du neue Leute kennen lernst. Es ist ermüdend, ständig, immer und immer wieder seine Reisegeschichte erzählen zu müssen, um Menschen kennen zu lernen.
12. Wenn du alleine reist, bringt dich der vorherige Punkt in ein Dilemma. Schließlich erträgt niemand seine eigene Person 24 Stunden am Tag und das auch noch sieben Tage die Woche. Also bist du gezwungen deine Geschichte immer wieder zu erzählen. Es ist zum Verrückt werden.
13. Irgendwann findest du Tempel, Strände, Wasserfälle, sowie Sonnenauf- und -untergänge nicht mehr spannend. Es ist wie eine ständige Wiederholung deiner Lieblingsserie und auch von der brauchst du zwischendurch eine Pause.
14. Also Ortswechsel. Doch umso öfter du den Ort wechselst, umso häufiger packst du deinen Rucksack und das nervt richtig.
15. Trotzdem. Neues Land, neue Währung. Du hast die nächste Ländergrenze überschritten und gewöhnst dich wieder mal, an eine neue Währung. Ich habe für jeden Währungswechsel eine gute Woche gebraucht und fand es nur noch anstrengend.
16. Irgendwann habe auch ich meine 30 Klamottenteile nicht mehr ertragen. Einerseits, weil ein Drittel aufgrund der Wäschereihandhabung fast auseinander fiel, und andererseits wollte ich nach einem halben Jahr einfach was anderes anziehen.
17. Nur Bares ist Wahres. Doch das sieht der Geldautomat anders und darum wird jeder Besuch zum Glücksspiel. Denn ob du Geld bekommst, hängt nicht von deiner Kontodeckung, sondern den Launen des Automaten ab. Ich hab nach dem Desaster mit Santander in Mexiko aufgehört zu hinterfragen, warum ich trotz Kontodeckung kein Geld bekomme.
18. Unterwegs erfasst es jeden - Heimweh. Du kannst dich nicht gegen wehren, sitzt da, fühlst dich einsam, vermisst Freunde und Familie und stellst fest, dass du gerade lieber zu Hause bei ihnen wärst.