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10 Dinge, die du als Thailandtourist über Buddhismus wissen solltest

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Das erste Mal fiel mir das Plakat mit der Kampagne auf dem Weg zum Flughafen von Bangkok auf. Ich konnte es gar nicht übersehen, denn es strahlte mich von einem dieser riesigen Straßenwerbemasten, wie du sie aus den USA kennst, an. Das zweite Mal sah ich einen Stand von „Knowing Buddha“ im Großen Palast und beim dritten Mal lief ich am Flughafen von Surat Thani an einem Banner vorbei.

Ziel der Kampagne „Knowing Buddha“ ist es, darauf aufmerksam zu machen, welche Bedeutung Buddha für die Buddhisten wirklich hat. Etwa 95 Prozent der Thailänder gehören dem Buddhismus an, und damit du dich beim nächsten Thailandurlaub nicht zum Obst machst, habe ich dir 10 Dinge aufgeschrieben, die dir helfen Buddhismus besser zu verstehen.

Liegender Buddha im Wat Pho

1. Buddha ist keine Dekoration

Für Buddhisten ist Buddha der Erleuchtete und eine Vaterfigur. Er kennt die Wahrheit des Universums und Buddhisten folgen seinen Lehren. Für sie gehört Respekt zum Allgemeinwissen und dementsprechend ist es respektlos Buddhas Figur zweckwidrig als Dekoration zu verwenden. Abbildungen Buddhas auf ungeeigneten Dekorationsgegenständen wie Teppichen, Schuhen, Fußmatten, Toilettenpapier oder aber auch Statuen ohne Körper werden als abfällig angesehen. Gleiches gilt im Übrigen auch für Buddhatattoos.

2. Fasse einem Buddhisten nicht an den Kopf

Für Buddhisten sind die Füße das niedrigste aller Körperteile. Darum werden Dekorationsgegenstände in dem Bereich auch als besonders verwerflich erachtet und du solltest nie mit dem Fuß auf einen Mönch oder Buddha deuten. Andersrum gilt der Kopf im Buddhismus als höchster und heiligster Körperteil. Dementsprechend wird es als geringschätzig angesehen, wenn du jemandem den Kopf tätschelst.

Liegender Buddha im Wat Pho

3. Trage angemessene Kleidung in Tempeln oder Pagoden

Für jeden Thailandtouristen ist es ein Muss zumindest einen Tempel zu besichtigen. Da diese wie Kirchen und Moscheen religiöse Orte sind, ist es angebracht, sich angemessen zu kleiden. Also spar dir die Hotpants und das bauchfreie Top für den Strand oder die Full Moon Party und zieh dir für den Tempelbesuch ein konservativeres Outfit an. Wichtig ist, dass die Schultern und Beine bedeckt sind. Plus, einen Tempel wird immer ohne Schuhe betreten.

4. Es gibt nicht den EINEN Buddhismus

Der Buddhismus ist eine Lehre und Religion, die insbesondere in Südost- und Ostasien verbreitet ist und verschiedene Ausrichtungen hat. Thailand ist im Wesentlichen von der Theravada-Schule (Schule der Ältesten) geprägt. Ihr Ursprung liegt in der Mönchsgemeinde, die zu den ersten Anhängern Buddhas zählten. Buddhas Lehren sind in 84.000 Kapiteln zusammengefasst und Buddha selbst hat erklärt, dass seine Lehre ausdrücklich in Zweifel gezogen werden darf. Denn laut Buddhismus ändert sich alles ständig und nichts bleibt unverändert.

5. Buddha ist kein Gott

Während im Judentum, Islam und Christentum das höchste gedachte und verehrte Wesen Gott ist, so ist Buddha kein überirdisches Wesen. Er war ein Mensch wie du und ich und Buddhisten glauben vielmehr an Karma. Karma regelt das Leben und bestimmt nach dem Tod auch in welcher Form ein Mensch wiedergeboren wird. Im Buddhismus gilt ohne Ursache keine Wirkung oder einfach gesagt: Handelst du schlecht, wird Schlechtes zurückkommen. Also tue Gutes und dir wird gutes widerfahren.

6. Der Dalai Lama ist nicht der Papst der Buddhisten

Anders als allgemein vermutet, ist der Dalai Lama nicht das äquivalent zum Papst. Vielmehr ist er der Führer der Gelug-Schule und ihm folgen tibetanische Mönche. Er gilt im tibetanischen Buddhismus als Trülku (hochrangiger Wiedergeborener) und wird als erleuchtetes Wesen verstanden, das aus Mitgefühl reinkarnierte. Ein neuer Kandidat wird durch mehrere Findungskommissionen der Ordensführung gefunden, anschließend zu Wiedergeburt des vorherigen Dalai Lamas erklärt und erhält dann eine umfängliche klösterliche Ausbildung.

Frau am Springbrunnen mit Mönchsschülern

7. Frauen im Buddhismus

Wo wir geraden über Seine Heiligkeit gesprochen haben. Der Dalai Lama kann keine Frau sein und Buddha trat in seinen mannigfaltigen Erscheinungen ebenfalls nie als Frau auf. Und obwohl es damals nur Männern vorbehalten war, hat Buddha Frauen zeitlebens Zutritt zum Mönchsleben gewährt. In Thailand muss sich jeder Junge für eine gewisse Zeit einer Mönchsausbildung unterziehen, da es Glück für die Familie bedeutet. Für Mädchen gilt diese Regel nicht. Zudem sollen Männer im Buddhismus einfacher wahre Erleuchtung erlangen als Frauen.

8. Der „Lachende Buddha“ war nicht Buddha

Oftmals unterliegen viele dem Trugschluss, dass der fette lachende Buddha (auch Glücksbuddha genannt) den echten Buddha repräsentiert. Doch bei diesem handelt es sich um den chinesischen Mönch Qici, der als wandelnder Bettelmönch um 900 n. Chr. lebte. Er ist berühmt in der chinesischen und japanischen Volksreligion und zählt insbesondere in Japan zu den sieben Göttern des Glücks. Er wird vor allem im Chan-Buddhismus verehrt und gilt als „Buddha der Zukunft“.

9. Buddha war ein indischer Prinz

Buddha, der eigentlich Siddhartha Gautama hieß, wurde um 563 v. Chr. als Sohn des Herrscherhauses Shakya in Lumbini (nachdem auch der Lumpini Park in Bangkok benannt ist) im nordindischen Fürstentum Kapilavastu geboren. Die Region liegt im heutigen Nepal. Dass Buddha einer Königsfamilie angehörte, bezeugen auch seine langen Ohrläppchen. In ihnen trug er einst Ohrringe, die nur den Fürstenhäusern vorbehalten waren.

Buddhastatuen nach Wochentagen im Golden Mountain

10. Es gibt einen Buddha für jeden Wochentag

Zwischen 500 und 600 n. Chr. wurden in der buddhistischen Tradition die sogenannten Dhamma-Tage eingeführt. Buddhisten waren davon überzeugt, dass bestimmte Ereignisse im Leben Buddhas an unterschiedlichen Wochentagen stattfanden. Jedem Wochentag wurde daher eine anderer Körperhaltung Buddhas zugeordnet, die er in seinem Leben einmal einnahm. Einzige Ausnahme ist der Mittwoch, dem zwei Buddhafiguren zugeordnet werden. Der Wochentag repräsentiert den Tag, an dem du geboren wurdest.

Kurzer Abstecher: Die Lehren Buddhas

Die Vier Edlen Wahrheiten

Erste Edle Wahrheit: Geburt, Altern, Krankheit und der Tod verursachen Leiden. Kummer, Lamentieren, Schmerz und Verzweiflung sind ebenfalls leiden. Kurzum alles im Leben ist von Leid (=dukkha) geprägt.

Einfach gesagt: Das Leben ist voll von Leiden.

Zweite Edle Wahrheit: Die Hauptursache des Leids ist die Begierde und das Verlangen. Diese Gier entspringt aus der Sucht nach Lust, aus der Sucht nach Dasein und auch Nicht-Dasein. Dabei verursachen nicht nur materielle Güter wie Reichtum, sondern auch immaterielle Güter wie Glaubensvorstellungen, Ideale, Ansichten und Meinungen Leiden.

Einfach gesagt: Gier, Hass und Verblendung verursachen Leid.

Dritte Edle Wahrheit: Diese Wahrheit erklärt wie das Leiden beendet werden kann. Durch das Ablegen der Ursachen des Leidens und der Unwissenheit darüber erlischt das Leiden.

Einfach gesagt: Werd das Problem los und du wirst das Leid los.

Vierte Edle Wahrheit: Das Befolgen der Acht Edlen Pfade führt zur Beendigung des Leidens. Der Weg besteht aus rechter Ansicht, Entschlossenheit, Sprache, Handlung, Lebensunterhalt, Anstrengung, Achtsamkeit und Konzentration.

Einfach gesagt: Der Weg ist das Ziel.

Was im Kopf!*

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